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Herzstück

6. Oktober 2017

Mein fragiles Herz
fiel dir kühl zu Füßen –
du nahmst es an dich
statt es zu treten
für ein Stück
deines Weges
unseres Weges
dieses Weges
für ein Stück
lag mein Leben
in deinen Händen
für eine Weile
war es Leben
in deinen Händen ––
nach einer Weile
als es Leben
genug war
legtest du
ein warmes Herz
in meine Hände
und gingst
deines Weges.

 

 

 

 

6. Oktober 2017

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Drangsal

2. Oktober 2017

Hinter den Fenstern
wärmen blaue Lichter,
hinter den Blenden
lächeln fahle Gesichter.

Auf dieser Straße
ist es finster
vor diesen Fenstern
klösterlich –
stille Signale
verblassen bitter
stumme Schreie
verlieren sich.

Hinter faden Fassaden
grinsen graue Gesichter,
hinter weißen Gardinen
flüstert trostlose Schuld.

Auf dieser Straße
sind wir viele
und gehen doch allein –
Vor diesen Fenstern
lebt lautlose Tragik
und kehrt niemals heim.

 

 

 

2. Oktober 2017

Herbstblau

22. September 2017

Wenn die Lungen
dieser Stadt
wieder schwerer atmen
mischt Vergängnis sich
in schattige Luft –
der müde Blätterwald
rauscht lichter nun,
erstrahlt zum Abschied
im lauen Dämmerlicht
ein letztes Mal
versöhnlich
goldbraun,
ziegelrot und
sandsteingelb.

Wenn grauer Herbstwind
durch stille Gassen weht –
allenfalls Krähen krächzen
und Tauben gurren,
kahle Pappeln
kaum hörbar zittern
und das Summen
emsiger Bienen vergeht,
zieht sie wieder ein
die blaue Schwere ––
legt sich sanft auf
meine flügellahme Seele.

 

 

 

22. September 2017

Mondwache

15. September 2017

Wir halten heute
Mondwache
wir – zwei
ein letztes Mal
gemeinsam
restliebestrunken
nachtbeseelt
augenblicklich
hoffnungsfrei
und
silberglänzende
Traumzeitlose
leisten uns
Gesellschaft.

 

 

 

15. September 2017

Dasein

13. September 2017

Da war dieser gebrochene Mann
letztens in der Bahn,
er hatte kein Heim
aber eine Menge Angst –
sie quoll ganz klar
aus müden, grauen Augen,
jeder konnte das sehen –
doch nur wenige wollten
und noch weniger verstehen.

 

 

 

13. September 2017

Ungenügend

8. September 2017

Ich genüge mir
doch
bin mir
selbst
nicht genug.

Wer kann das schon?
Allein bestehen –
in einer Welt
die schweigt
in einer Nacht
die bleibt.

Wer will das schon?
Allein sein –
war nie gewünscht
und selten geplant
war ein Fluchtweg
und kein Ziel.

Was bringt das schon?
Allein leben ––
Immer nur das
ganze Leid
Immer nur die
halbe Freud‘.

Ich genüge mir
doch
bin mir
selbst
zu wenig.

 

 

 

6. September 2017

Infantil

2. September 2017

Ich wollte mal
erwachsen werden,
dann sah ich die
Erwachsenen werden
und dachte mir:
Ich lass das mal.

 

 

 

2. September 2017