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Fürbass

23. November 2017

ich kann nicht zurück
nach Hause
denn
zu Hause
war gestern

ich kann nur weiter
dorthin
wo
Zuhause
sein wird
irgendwann
sein kann
irgendwo
sein muss

ich will nicht zurück
nach Hause
denn
zu Hause
ist verweht

ich will nur weiter
dorthin
wo
nicht
hier ist ––
irgendwie
zu Hause
sein.

 

 

 

 

 

22. November 2017

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Luftschloss

11. November 2017

Phantasie
wohin fliehen
wir heute?

Komm, bring uns
weit weg
nur fort
von hier

Diese Tage
sind arm
Zum Glück
bist du es nicht

Schenk mir
eine Prise
lieblich warme
Unwirklichkeit –
mich friert

Diese Nächte
sind schattig
Dein Licht
mein Gleichgewicht

Komm, trag mich
hinfort
einfach weg
von hier

Phantasie
fliehen
wir jetzt!

 

 

 

11. November 2017

AugenBlicke

29. Oktober 2017

Da war diese verlorene Ratte
mitten auf dem Gehweg
in der Gneisenaustraße –
Dem Ratz war klar
hier lauert Gefahr
hier sollte er
besser nicht sein,
Zuviel Mensch
zu wenig Schutz
Zuviel Licht
zu wenig Schmutz –
Also irrte er
panisch planlos
ziellos hilflos
kreuz und quer vor mir umher –
Ich konnte die blasse Angst
in schwarz glimmenden Augen sehen,
den zittrigen Grusel
des aschgrauen Körpers fühlen ––
Zum rettenden Kellerloch
in das er kroch,
dort endlich
seufzend verschwand,
flüsterte ich leise noch
dass ich verstand.

 

 

 

 

29. September 2017

Grautöne

19. Oktober 2017

Denk ich an Morgen
erscheinen lächelnde Auguren
zwischen Schwärmen schwarzer
krächzend kreisender Krähen.

Träum ich von Gestern
mischt Seelenwärme sich
mit Sehnsuchtschmerz
zu bittersüßem Lächeln.

Heute fällt
mein Lächeln schwer –
zwischen Krähenschrei
und Sehnsuchtspein

nur nebelblaues Mehr.

 

 

 

 

19. Oktober 2017

Herzstück

6. Oktober 2017

Mein fragiles Herz
fiel dir kühl zu Füßen –
du nahmst es an dich
statt es zu treten
für ein Stück
deines Weges
unseres Weges
dieses Weges
für ein Stück
lag mein Leben
in deinen Händen
für eine Weile
war es Leben
in deinen Händen ––
nach einer Weile
als es Leben
genug war
legtest du
ein warmes Herz
in meine Hände
und gingst
deines Weges.

 

 

 

 

6. Oktober 2017

Drangsal

2. Oktober 2017

Hinter den Fenstern
wärmen blaue Lichter,
hinter den Blenden
lächeln fahle Gesichter.

Auf dieser Straße
ist es finster
vor diesen Fenstern
klösterlich –
stille Signale
verblassen bitter
stumme Schreie
verlieren sich.

Hinter faden Fassaden
grinsen graue Gesichter,
hinter weißen Gardinen
flüstert trostlose Schuld.

Auf dieser Straße
sind wir viele
und gehen doch allein –
Vor diesen Fenstern
lebt lautlose Tragik
und kehrt niemals heim.

 

 

 

2. Oktober 2017

Herbstblau

22. September 2017

Wenn die Lungen
dieser Stadt
wieder schwerer atmen
mischt Vergängnis sich
in schattige Luft –
der müde Blätterwald
rauscht lichter nun,
erstrahlt zum Abschied
im lauen Dämmerlicht
ein letztes Mal
versöhnlich
goldbraun,
ziegelrot und
sandsteingelb.

Wenn grauer Herbstwind
durch stille Gassen weht –
allenfalls Krähen krächzen
und Tauben gurren,
kahle Pappeln
kaum hörbar zittern
und das Summen
emsiger Bienen vergeht,
zieht sie wieder ein
die blaue Schwere ––
legt sich sanft auf
meine flügellahme Seele.

 

 

 

22. September 2017